Inventory
2008
drawing / fineliner on paper
16 boards, 50 x 70 cm each, framed
Der Titel Inventory, also Inventur oder dessen Ergebnis, das Inventar, deutet darauf hin dass es sich wohl um eine Sammlung,
ein Verzeichnis handeln muss.
Auf den 16 Bildtafeln, die jeweils 50 x 70 cm groß und in weiß lasierten Rahmen auf der Wand
appliziert als Gesamtarrangement zu sehen sind, werden Portraitphotographien von Managern und Geschäftsleuten, zu kleinen
gezeichneten Konglomeraten herangetragen. Wie in einer Manege, einem Gehege, das durch die einzelnen Bilderrahmen begrenzt bzw.
durch deren Vielzahl immer wieder neu reproduzierbar offen gehalten ist, ordnen sich alle in eine permutierende Sozialität ein,
die auf Repräsentation und Austauschbarkeit abgestimmt ist.
Durch die vergleichende, in gewisser Weise an wissenschaftliche Tableaus erinnernde Darstellungsform treten die Personen in ein
absurdes Konkurrenzverhältnis, das gleichzeitig auch an die real existierenden Bildtafeln, die Firmen von ihren Angestellten
anlegen, auf denen diese hierarchisch angeordnet abgebildet werden, denken lässt.
Das Ausgangsmaterial für die Arbeit liefert hier einen entscheidenden Anhaltspunkt. Die aus der Zeitung entnommenen Photographien
orientieren sich an einem wiederholbarem ästhetischen Muster, das formal darauf fixiert ist, Individuen in ihrer beruflichen
Position vorzustellen.
Was aber entsteht im Prozess der bildlichen Transformation von Photographie zu Zeichnung, öffentlichem Medium (Tageszeitung) zu
künstlerisch visueller Darstellung? Und wie lässt sich der lang währende Arbeitsprozess der Künstlerin bis zur Fertigstellung mit
dem rasanten erscheinen von immer wieder neuer Information in den Medien deuten?
(Ausstellungstext von Paul Gruendorfer)
(English version coming soon...)